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Fachschaft

Unterrichtende Lehrerinnen und Lehrer der Fachschaft Geschichte:

 

Name Fächer
Herr Albrecht Geschichte/Geographie
Frau Bachmann Geschichte/Sozialkunde/Wirtschaftslehre/ev. Religion
Frau Böschel Geschichte/Deutsch
Herr Bothe Geschichte/Ethik
Frau Brachwitz Geschichte/Ethik/Mathematik
Frau Condy Geschichte/Englisch/Französisch
Herr Friedrich Geschichte/Latein/Wirtschaftslehre
Herr Friedrich van der Linde Geschichte/Ethik/ev. Religion
Frau Gläser Geschichte/ev. Religion
Herr Heinrich Geschichte/Mathematik
Herr König Geschichte/Ethik/Sozialkunde
Frau Manig Geschichte/Deutsch
Herr Neumann Geschichte/Deutsch
Frau Richter Geschichte/Latein
Herr Sauerländer Geschichte/Sozialkunde/Wirtschaftslehre
Herr Schimmel Geschichte/Biologie
Frau Schulz Geschichte/Deutsch/Psychologie
Herr Steinbrecher Geschichte/Englisch
Frau Stephan Geschichte/Deutsch
Frau Teichler Geschichte/Deutsch/Französisch
Frau Wiederhold Geschichte/Deutsch/Psychologie
Frau Wildgrube Geschichte/Deutsch

 

Abriss des Fachs Geschichte

Geschichte – ein Fach, das weit mehr ist als nur das Auswendiglernen von Jahreszahlen und Ereignissen. Es ist eine spannende Reise durch die Zeit, die uns hilft, die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu gestalten.

 

Warum ist Geschichte so wichtig?

  • Verstehen der Gegenwart: Wie haben historische Ereignisse unsere heutige Welt geprägt?
  • Kritisches Denken: Welche Quellen sind vertrauenswürdig? Wie interpretiert man historische Dokumente?
  • Kulturelles Bewusstsein: Welche Kulturen und Zivilisationen haben die Welt beeinflusst?

Im Geschichtsunterricht tauchen wir ein in die faszinierenden Geschichten von Menschen, die vor uns gelebt haben. Wir erforschen die großen Reiche der Antike, die dunklen Zeiten des Mittelalters und die revolutionären Umbrüche der Neuzeit. Dabei lernen wir nicht nur Fakten, sondern entwickeln auch wichtige Kompetenzen:

  • Analysieren und Interpretieren: Wie erkennt man die Ursachen und Folgen historischer Ereignisse?
  • Diskutieren und Argumentieren: Wie verteidigt man eine historische These?
  • Forschen und Präsentieren: Wie erstellt man eine eigene historische Untersuchung?

Offene Fragen regen zum Nachdenken an:

  • Was können wir aus der Geschichte lernen, um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden?
  • Wie beeinflusst Geschichte unsere Identität und unser Weltbild?

Geschichte ist lebendig, spannend und relevant. Es ist ein Fach, das uns lehrt, die Welt mit anderen Augen zu sehen und unsere eigene Rolle in der Geschichte zu erkennen.  

Aktuelles

In den Beiträgen der kommenden Zeit können Sie sich auf spannende Inhalte rund um das Fach Geschichte freuen!

Unser Besuch im KZ Lichtenburg in Prettin

 

Stell dir vor, du lebst in den Jahren 1933 bis 1945 in Deutschland und bist ein politischer Gegner der NSDAP. Du wirst in ein Konzentrationslager gebracht, in dem du keine Rechte und keine Freiheiten hast und um dein Leben fürchtest ... So erging es vielen Menschen zu dieser Zeit. Wir waren in einem dieser KZs in Form einer Exkursion. Das in Prettin liegende KZ Lichtenburg umfasst rund 23.000 Quadratmeter und war das Ziel unseres Ausfluges.

Meine Leitfrage lautet: Wie wichtig ist es, so einen denkwürdigen Ort heutzutage zu besuchen? Diese Frage werde ich am Ende beantworten. Im Folgenden beschreibe ich meine Vorgehensweise im Hauptteil: Zuerst will ich darüber reden, was wir erlebt haben, dann werde ich darüber schreiben, was ich gelernt habe und wie ich die Exkursion fand. Am Ende werde ich ein Fazit ziehen, in dem ich die Leitfrage beantworten werde.
Am 12. Mai 2026 sind wir ungefähr um 8 Uhr mit dem Bus losgefahren. Nach ca. 40 Minuten Fahrzeit erreichten wir unseren Zielort Prettin. Dieser Ort setzte in mir Ehrfurcht und Demut frei. Spürbar waren die Energien der hier geschehenen Ereignisse.

Das mussten wir erstmal auf uns wirken lassen.

Wir wurden schließlich in einen Raum geführt, in dem wir gemeinschaftlich Aufgaben zum KZ und generell zum Nationalsozialismus lösen sollten. Zum Beispiel haben wir einen Zeitstrahl vervollständigt zu den wichtigsten Ereignissen, die in den Jahren von 1933 bis 1945 passiert sind. Durch die bildliche Veranschaulichung konnten wir viel Wissen vertiefen.
Danach durften wir das Gelände selbst erkunden. Wir haben das Gebäude von außen gesehen und durften die Gefängniszellen von innen besichtigen. Anschließend bildeten wir Gruppen und gestalteten gemeinsam einen Kurzvortrag über vorgegebene Themen.
Wir haben sehr viel über das Konzentrationslager gelernt: zum Beispiel, welche Personen dort untergebracht waren oder über den Alltag der Häftlinge.
Um ca. 13 Uhr endete unsere Exkursion und wir fuhren mit dem Bus nach Wittenberg zurück.
Ich konnte sehr viel aus diesem Tag mitnehmen. Nicht nur Wissen, sondern auch sehr viele neue Eindrücke.
Ich glaube, es war sehr wichtig, an so einen Ort zu gehen, um einen Einblick in einen so grausamen Teil der Geschichte zu bekommen.

Es ist wichtig, das Leid und die Geschichte der Menschen sichtbar zu machen!
Es ist wichtig, dass wir hinschauen!
Es ist wichtig, dass sich so etwas nicht wiederholt!
Es liegt in unserer Verantwortung!!

Außerdem konnte man so das Unterrichtswissen mit etwas Praktischem verbinden und Geschichte durch so einen realen Ort greifbar machen.
Hinzu kommt, dass man so das Leid der Inhaftierten noch besser nachvollziehen kann und merkt, was das für ein angsterfüllter Ort war. Das Fühlen/Hineinfühlen macht die Sache realer.
Ein Konzentrationslager ist aber nicht nur ein Ort, der von Angst erfüllt war, sondern auch voller Hass und ohne nur ein bisschen Einfühlungsvermögen. Es zeigt, wie radikal sich die NSDAP gegenüber Andersdenkenden oder anders aussehenden Menschen verhalten hat.
Es ist erschütternd zu sehen, wie unmenschlich so viele Leute damals behandelt wurden. Zum Beispiel haben wir einen Einblick in die Zellen bekommen, in denen die meisten gelebt haben. Die Zellen waren dunkel und kalt. Vor allem waren sie kein Ort, an dem man gerne sitzen, geschweige denn leben möchte.
Wie viele Träume, Generationen, Leben und Menschen wurden hier ausgelöscht ...?

Das Schlimmste war für mich aber die Vorgeschichten der Gefangenen, die wegen so sinnlosen Hirngespinsten in ein KZ gebracht wurden. So viele Menschen wurden aus ihren Familien, Träumen und Leben gerissen ... Völlig friedliebende Menschen, ohne Hass und Groll ... und trotzdem wurden sie von so hasserfüllten Leuten an einen grausamen und brutalen Platz gebracht. Kein Mensch hat es verdient, so behandelt zu werden.

Deswegen ist es so wichtig, solche Gedenkstätten zu erhalten und sie zu besuchen, um so etwas nie wieder passieren zu lassen.
Wir sollten aller Menschen gedenken, die in der Zeit des Nationalsozialismus gestorben sind, und ihnen Frieden schenken.

Ich fand den Besuch insgesamt sehr aufschlussreich und wichtig. Ich konnte etwas Wichtiges aus dieser Exkursion mitnehmen und vieles Neues dazulernen.
Vor allem fühle ich mich noch immer sehr berührt und werde für menschliche Werte und ein freundliches, friedvolles Miteinander einstehen.

Kommen wir nun nochmal zu r Leitfrage zurück: Wie wichtig ist es, so einen denkwürdigen Ort heutzutage zu besuchen? Es ist sehr wichtig, denn es verstärkt nicht nur die historische Bildung, sondern es zeigt uns auch, wie wichtig Frieden ist. Am Ende liegt es in unserer Verantwortung, dass sich das kein zweites Mal wiederholt.

Martha Anders, 9Ha

Wir danken im Besonderen der Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen-Anhalt (LpB) für die Förderung.

 

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Lizenzen & Quellen

Eindrucksvoller Besuch der 9. Klassen in der Gedenkstätte KZ Lichtenburg, Prettin

Wie fühlt es sich an, an einem Ort zu stehen, an dem Geschichte tatsächlich passiert ist? Dieser Frage konnten die 9. Klassen des Hauses Cranach bei ihrem Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Lichtenburg in Prettin am 16. und 17. Juni 2026 nachgehen.

Zu Beginn sammelten wir Begriffe und Gedanken zum Thema „Konzentrationslager“ und sprachen darüber, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt. Danach erhielten wir eine besondere Aufgabe: Wir durften das Gelände der ehemaligen Lichtenburg eigenständig erkunden. Mithilfe eines Gebäudeplans verschafften wir uns dann einen Überblick über die verschiedenen Bereiche des ehemaligen Konzentrationslagers und so wurde uns deutlich, wie die einzelnen Bereiche genutzt wurden. Anschließend arbeiteten wir in kleinen Gruppen zu unterschiedlichen Themen und bereiteten dazu kurze Vorträge vor.

Das KZ Lichtenburg in Prettin war eines der ersten Konzentrationslager der Nationalsozialisten und wurde zunächst von 1933 bis 1937 als Männer-KZ genutzt. Später wurde es zu einem der ersten Frauen-Konzentrationslager Deutschlands. Von 1941 bis 1945 diente es als Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Durch die Vorträge setzten wir uns mit diesen geschichtlichen Zeitabschnitten der Lichtenburg, aber auch mit den Lebensgeschichten einzelner Opfer und Täter auseinander. Angesichts dieser Biografien wurde uns deutlich, welche persönlichen Schicksale sich hinter den historischen Ereignissen verbergen.

Nach der Gruppenarbeit nahmen wir an einer Führung über das Gelände teil. Dabei konnten wir verschiedene Bereiche der ehemaligen Haftanstalt besichtigen. Besonders eindrucksvoll war der Blick in den sogenannten Zellenbau. Dort mussten Häftlinge unter äußerst beengten Bedingungen leben; teilweise schliefen bis zu neun Menschen in einer einzigen kleinen Zelle.

Auch der „Bunker“ hinterließ bei uns einen bleibenden Eindruck. Dieser Arrestbereich diente der Bestrafung von Häftlingen, die oftmals bereits für kleinste vermeintliche Vergehen eingesperrt wurden. Die engen Räume und die noch sichtbaren Spuren der Gefangenen, wie eingeritzte Namen oder gezählte Tage, machten die Geschichte für uns sehr greifbar. Die dortigen Haftbedingungen waren grausam und verdeutlichten die systematische Unterdrückung und Misshandlung der Gefangenen.

Der gesamte Tag war für uns sehr beeindruckend und eine besondere Erfahrung. Er stimmte uns zugleich aber auch sehr nachdenklich. Besonders deutlich wurde uns, dass die Behandlung von Gefangenen in einem Konzentrationslager von systematischer Demütigung, Entrechtung und unmenschlicher Behandlung geprägt war. Der Besuch der Gedenkstätte hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, damit sich solche Verbrechen niemals wiederholen und die Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

Gefördert wurden diese Projekttage durch die Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen-Anhalt.

Ella Ottenschläger, Frida Specht und Ida Krämer

Frau Bachmann

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Lizenzen & Quellen
  • prettin_1.jpg
    Autor: Privat Pauline Grunack
    Zusätzliche Informationen: Gymnasium Leucorea

  • prettin_2.jpg
    Autor: Privat Pauline Grunack
    Zusätzliche Informationen: Gymnasium Leucorea

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    Autor: Privat Pauline Grunack
    Zusätzliche Informationen: Gymnasium Leucorea

Präsentation vor vollem Haus

22 Projektteilnehmer widmeten sich NS-Geschichte


Die Aufstellung der temporären Gedenkskulptur RESTLICHT von Werner Mally auf dem Wittenberger Marktplatz fordert zur Auseinandersetzung heraus. Sie thematisiert, immer dort, wo sie gezeigt wird, durch die Bohrungen im Dach der Installation, die Jahre der Nazi-Diktatur 1938, 1939, 1940, 1941, 1942, 1943, 1944, 1945.
Vom 16. bis 20. Juni waren deswegen 22 Oberstufenschüler der Stufe 11 für fünf Tage intensiver Arbeit vom Unterricht freigestellt worden. Dabei besuchten sie das Ratsarchiv und den Heimatverein auf der Suche nach Originaldokumenten aus Wittenberg für die Jahre 1933 bis 1945. Darüber hinaus besuchten die Projektteilnehmer des Abiturjahrgangs die KZ-Gedenkstätte Schloss Lichtenburg in Prettin und widmeten sich dort ausgewählten Einzelschicksalen unter dem NS-Regime in Haft gekommener. Netzwerkpartner aus der Stadt wie Reinhard Pester, Initiator der Wittenberger Stolpersteine, Stadtkirchenpfarrer Matthias Keilholz und Kunsthistorikerin Dr. Insa Christiane Hennen gaben den Jugendlichen weitere Einblicke in die von Schuld und Mittäterschaft gekennzeichneten Jahre. Natürlich wurde am Schmährelief an der Stadtkirche diskutiert. Und auch die Stolpersteine in der Innenstadt gaben auf einem kleinen Rundgang Anlass zur Reflexion. In Kleingruppen widmeten sich die Schüler unterschiedlichen Fragestellungen, die Gleichschaltung, Mittäterschaft, Instrumentalisierung und Propaganda auf dem Weg zur Massenvernichtung unter die Lupe nahmen. Anhand von Schulberichten des ehemaligen Melanchthon-Gymnasiums aus den Jahren 1932 bis 1938 konnten die schleichenden Prozesse der Gleichschaltung in der Schulgemeinschaft nachgewiesen werden. Die jungen Menschen, die sich für dieses Projekt angemeldet hatten, haben nun, im neuen Schuljahr, die Ergebnisse ihrer Arbeit in Form von Text und Bild vorgetragen.
Zu diesem Anlass wurden die Geschichtskurse des Jahrgangs 10 sowie die 7He und der Religionskurs Kl.11 in die Aula eingeladen. Ebenso alle am Projekt beteiligten Netzwerkpartner. Herr Paul Martin von der Evangelischen Akademie sprach zur Begrüßung zum Leitgedanken des Projekts, das die Mechanismen des Naziterrors in der eigenen Stadt aufgedeckt hat und dazu auffordert, aus der Geschichte zu lernen, hinzuschauen und aufzustehen, wenn andere schweigen. Hernach wurden Gedichte, Essays, Monologe und andere Kunsttexte von den Mitwirkenden zu Gehör gebracht. Untermalt von Bildern aus dem Heimatverein, die die Hakenkreuze in den Wittenberger Straßen aus den genannten Jahren zeigen und das Verbrechen damit anschaulich in die Heimatstadt holten. Für musikalische Zwischenstücke zum Verschnaufen sorgten Musiklehrerin Clara Griehl am E-Piano und Ben Morenga (Jg.11) an der Klarinette. Mit Melodien von „Sag mir, wo die Blumen sind“, „Die Gedanken sind frei“ oder „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ ermöglichten sie den Zuhörern Verschnaufpausen zwischen den Texten, bei denen man schlucken musste.
Die anderthalbstündige Veranstaltung endete mit dem Dank der Teilnehmer an alle Netzwerkpartner und die Lehrer und Organisatoren des Projekts. Nun warten alle gespannt auf die Publikation mit den durch das Projekt entstandenen Texten und Bildern, die Paul Martin von der Evangelischen Akademie im September verlegen will. Das größte Lob ist jedoch das des Künstlers Werner Mally selbst, der die Präsentation interessiert verfolgte und zu dem großartigen, durch sein Kunstwerk angestoßenen Projekt gratulierte.

Astrid  Hötte

 

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Geschichtsprojekttag der 9. Klassen in die Gedenkstätte
KZ Lichtenburg Prettin


vom_kloster_zur_reformationszeit_zum_schloss_lichtenberg.pdf

Kloster, Schloss, Strafanstalt, Konzentrationslager, Gedenkstätte- all das ist die Lichtenburg. In diese Geschichte durfte die Klassenstufe 9 des Hauses Cranach des Gymnasium Leucorea am 29.04.2025 von der heutigen Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin eintauchen und viel Neues über das Konzentrationslager erfahren.
Die heutige Gedenkstätte Lichtenburg war zu Reformationszeit ein Kloster und anschließend darauf das Schloss „Lichtenberg“. Im 19. Jahrhundert wurde dieses Schloss zu einer Strafanstalt umgebaut. Von 1933 bis 1945 war die Lichtenburg zuerst ein Männerkonzentrationslager, anschließend ein Frauenkonzentrationslager und schlussendlich ein Außenlager des KZ Sachsensenhausen.
Größtenteils wurde dieses Lager aber auch als „Ausbildungslager“ für die SS-Wachmannschaft benutzt. Die Fragen: wie man Menschen am besten quälen kann und, wie man unmenschliche Bedingungen schafft, wurden durch alltägliche Versuche hier beantwortet.
Schon allein diese Geschichte des KZ hat uns, die Schüler, sprachlos gemacht.
Nach dieser Einführung und einer kurzen Frühstückspause begannen wir, selbstständig in Kleingruppen an unseren Vorträgen über dortige Gebäude und Verhältnisse zu arbeiten. Wir informierten uns selbst in den beiden Ausstellungsetagen. Diese stellten die Gruppen daraufhin nacheinander an den entsprechenden Orten (s.u.) vor.
Begonnen haben wir am Eingang, wo vor 92 Jahren die ersten Häftlinge ins Männer-KZ mit dem Zug/der Fähre gekommen sind.
Danach gingen wir in den dunklen, kalten und feuchten Bunker, wo Insassen zusätzliche Strafen absaßen.
Vergehen wie z.B. das Bett nicht richtig gemacht, führten schon zu einer mehrtägigen Strafe in diesen winzigen, kalten und dunklen Zellen ohne Bett, Mahlzeiten und Möglichkeiten zu Toilettengängen.
Für uns gab es die Möglichkeit die Geschichte einer Überlebenden aus dem Konzentrationslager Lichtenburg zu hören. Wald-Frieda Weiss musste 12 Tage in diesem Bunker ausharren, nur weil sie zur Begrüßung
ihre Mutter umarmte. Für solche normalen Tätigkeiten wurde man schon bestraft. Gerade die Geschichten der Überlebenden waren für uns von großer Bedeutung, da man ihnen teilweise in Interviews noch die Angst, Trauer und die Traumata ansieht. Weitere Überlebende waren z.B. Ernesto Kroch, der mit großem Einsatz für die Errichtung der Gedenkstätte kämpfte. Auch die Geschichte von Ernst Reuter hat uns bestürzt, da der frühere angesehene Magdeburger Bürgermeister hier war und deshalb noch mehr schikaniert wurde als andere Häftlinge. Die Befehlshaber wollten beweisen, dass sie selbst die berühmtesten Menschen demütigen und misshandeln können.
Weitere Einblicke konnten wir im Zellenbau gewinnen, als wir die Zellen, die noch original aus der Zeit des Gefängnisses stammen, besichtigen durften. Gerade mal 12m2-16m2 groß und auf diesem Raum lebten 5-9 Häftlinge zusammen.
Wie bestialisch allgemein die Bedingungen waren, wurde uns an mehreren Orten und Erzählungen noch bewusster, als schon davor. Der Tag begann um 6 Uhr, dann hatte man die Möglichkeit, seine Notdurft zu erledigen und anschließend musste man zum Zählappell antreten. Später ging man in seine verschiedenen Arbeitsbereiche, die man beim Einzug ins KZ zugewiesen bekommen hat. Egal ob in der Reinigung, im Straßenbau, in der Küche oder bei der Gartenarbeit- die Verhältnisse waren immer grausam. Gegessen wurde am Abend und dann begann die Nachtruhe, sofern man irgendwie die Möglichkeit bekam.

Ständige Schikanen und Bestrafungen, wie Strafexerzieren oder Prügel waren zur Gewohnheit für die Häftlinge geworden- von Menschenrechten keine Spur.
Die Vorträge waren für uns selbst eine wichtige Aufgabe, da wir uns so mehr mit verschiedenen Themen beschäftigen konnten und tiefer in die Materie eindrangen. Insgesamt haben wir dort einen sehr aufschlussreichen Tag verbracht. Ich hoffe wirklich für alle nachfolgenden Klassen, dass sie diesen Projekttag auch erleben dürfen, da man mit ganz anderen Blickwinkeln und Erwartungen nach Hause kehrt, als man gedacht hat.
Ein großes Dankeschön geht an unsere begleitenden und organisierenden Lehrer. Ich bedanke mich auch im Namen aller bei den Mitarbeitern der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin, da sie uns so gut mit Informationen versorgt haben und ohne sie, dieser Projekttag nicht ansatzweise so lehrreich gewesen wäre.

Bildquellen: privat Rika Wittig
Der Projekttag wurde durch die Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

 

Frau Birgit Wittek




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