Respektcoach Haus Hundertwasser
- Wäre es nicht schön, im Schulalltag mehr Zeit zu haben, um andere Weltanschauungen und Lebensweisen kennenzulernen sowie andere Kulturen und Religionen besser zu verstehen?
- Wäre es nicht gut, in persönlicher Begegnung und im gemeinsamen Gespräch Verbindendes zu finden und Vorurteile abzubauen, bevor sich diese verfestigen?
- Wäre es nicht vernünftig, demokratische Werte, Tolerenz und Mut zur Mitgestaltung schon in jungen Jahren zu erleben und einzuüben?
Um diese Ideale im Schulalltag besser zu verwirklichen, gibt es das finanziell unterstützte Respektcoach-Programm des Bundesministeriums für Jugend. Der Respektcoach ist dabei Ansprechpartner für die Entwicklung und Umsetzung eigener Projektideen, die beispielsweise das soziale Miteinander stärken, Demokratie erlebbarer machen sowie Extremismus und Gewalt vorbeugen.
Darunter fallenn beispielsweise:
- eine Exkursion nach Dessau zur dortigen Synagoge und Moschee
- die Entwicklung eines Einkaufsführers zu biologisch und nachhaltig angebauten Lebensmitteln aus der Region
- eine Spieltonne als ein von Schülerinnen und Schülern selbstständig betreutes Angebot für die Pause
- das Aufbrechen von Konflikten zur konsequenten Begegnung von Mobbing und Ausgrenzung
- das Schaffen eines angenehmen Klassenklimas zur Ermöglichung positiver Schulerfahrungen
- das freie Entfalten eigener Interessen und Ansichten in geschützten Räumen
Für Ideen und Vorschläge besteht eine große Offenheit.
Kontakt:
| Respektcoach | Herr Markus Richter |
| Telefon: | 0171/6283917 |
| E-Mail: | respektcoaches.wittenberg@awo-wittenberg.de |
| Sprechzeiten: |
Haus Hundertwasser Raum K 040 an Schultagen von 8.00 - 15.00 Uhr |
Wittenberg 1933 - 1945
Eine lokalgeschichtliche Spurensuche
Anlässlich der Aufstellung der Gedenkskulptur RESTLICHT von Werner Mally auf dem Wittenberger Marktplatz, haben ausgewählte Oberstufenschülerinnen und -schüler der Geschichtskurse des Jahrgangs 11 vom 16. bis 20. Juni an einem Projekt teilgenommen, das die Jahre der NS-Diktatur in ihrer Heimatstadt beleuchtet.
Angeleitet von den Geschichtslehrern Herrn Steinbrecher und Frau Gläser, sowie unserem Respektcoach Herrn Richter untersuchten die Jugendlichen wie sich ein demokratisches Gemeinwesen zu einer totalitären Diktatur wandeln kann.
Den Auftakt der Projektwoche bildete ein Besuch im Haus der Alltagsgeschichte Wittenberg, wo die Jugendlichen sich mit den Lebensverhältnisse und Alltagserfahrungen der einfachen Wittenbergerinnen und Wittenberger vertraut machten. Bei einer Lesung von Zeitzeugenberichte durch Frau Dr. Panzig erfuhren sie mehr davon, was Wittenberger Jugendliche in der NS-Zeit erlebt haben. Am Montagnachmittag untersuchten ein Teil der Jugendlichen die Schulchronik des Melanchthon-Gymnasiums aus den 1920er und 30er Jahren. Eine zweite Gruppe erfuhr in der Stadtkirche durch Pfarrer Keilholz mehr über die Schmähplastik und die Kollaboration der evangelischen Kirchen mit den Nationalsozialisten.
Auch am zweiten Projekttag ging diese Gruppe ins Stadtarchiv und begab sich auf die Suche nach Originaldokumenten aus der NS-Zeit. Derweil erarbeiteten die verbliebenen Jugendlichen in der Evangelischen Akademie an den bewegenden Geschichten von fünf jüdischen Familien aus Wittenberg. An diesen Fallbeispielen wurde dabei exemplarisch deutlich wie sich Hetze, Entrechtung und Verfolgung zur systematischen Massenvernichtung steigerten.
Am Mittwoch begaben sich die Jugendlichen mit Frau Dr. Hennen von der Stiftung LEUCOREA und dem Stolperstein-Initiator Reinhard Pester auf zwei Stadterkundungstouren durch die Innenstadt, die multiperspektivische das vor der eigenen Haustür geschehene Unrecht sichtbar machten.
Programmatisch fand die Woche ihren krönenden Höhepunkt mit einer Gedenkstättenfahrt zur Lichtenburg nach Prettin, die durch die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt ermöglicht und gefördert wurde. Dort erfuhren die Jugendlichen mehr über den frühen Nationalsozialistischen Terror und eines der ersten Konzentrationslager in Deutschland, das zum Vorbild und zur Kaderschmiede für das später deutschland- und europaweite Lagersystem der Nationalsozialisten wurde.
Am Freitag begann die Jugendlichen unter dem Eindruck der Woche die Arbeit an ihren Texten und Kunstwerken. Diese werden am 29. August in der Aula des Hauses Melanchthon vorgestellt und in einer Begleitbroschüre zum Denkmal von Werner Mally öffentlich zugänglich gemacht.
Markus Richter
Respekt Coach
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